5 Partystufen

Veröffentlicht auf von Partymaus

Erste Spaßstufe
Die Gäste sitzen gesittet am Tisch und nippen
an ihren Kräuterteetassen.
Gelegentlich kommt eine leise Konversation
über den Verfall von Moral und Sitte, die
Schädlichkeit des Rauchens und die
Wirksamkeit homöopathischer Arzneimittel auf.
Brennende Kerzen und ein Sträußchen
selbstgepflückter Wiesenblumen sorgen für
dezente Gemütlichkeit.
Gelegentlich wird vom Biogebäck genascht,
während im Hintergrund leise ein
Klavierkonzert in Moll erklingt.
Die Gastgeberin reicht Fotografien vom
letzten Ayurveda-Urlaub herum.
Auf der Toilette liegt ein neues Stück
Lavendelseife und am Haken hängt ein frisches
Handtuch.
Die Katze schnurrt brav in ihrem Körbchen.
Spät am Abend gibt es ein Gläschen Apfelwein
zum Salat.
Alle pinkeln im Sitzen.

Zweite Spaßstufe
Die Gäste sitzen in lockerer Runde am Tisch
und trinken einen Cognac zum Kaffee.
Dabei essen sie Schwarzwälder Kirschtorte und
unterhalten sich über die Gesundheitsreform
und die Schädlichkeit von Drogen.
Auf dem Balkon darf geraucht werden, die
Krawatten verschwinden in den Jackettaschen.
Im Hintergrund läuft eine Schallplatte von
den Beatles.
Der Gastgeber reicht Fotos von seinem letzten
Urlaub in Griechenland herum, während die
anderen leise "Yesterday"
mitsummen.
Die Katze liegt auf dem Sofa und wird
gestreichelt.
Auf der Toilette stehen ein Fläschchen mit
Flüssigseife und ein Papierhandtuchspender.

Dritte Spaßstufe
Die Gäste lümmeln überall in der Wohnung
herum, Dresscode (Anzug oder Kostüm,
Baumwollschlüpfer) und Rauchverbot sind
aufgehoben.
Die zweite Flasche Wodka ist gleich leer, auf
dem Balkon brutzeln Würste und Steaks über
der Holzkohle.
In verschiedenen Gesprächsrunden wird
lautstark über Politik, Sport und Weiber
diskutiert. Im Hintergrund grölt Curt Cobain
aus den Boxen.
Es wird mit Erdnussflips geworfen.
Der Gastgeber reicht Nacktfotos von Pamela
Anderson und Gina Wild herum.
Der Katze wird Bratwurst und Bier
eingeflößt.
Auf der Toilette ist einmal auf die Brille
gepinkelt.

Vierte Spaßstufe
Die meisten Gäste liegen halbnackt auf dem
Boden und spielen Flaschendrehen.
Diskutiert wird hauptsächlich über Titten,
Ficken und die Unschädlichkeit von Drogen.
Zigarren- und Marihuanaqualm erschwert die
Sicht auf die Stereoanlage, aus der Marylin
Mansons Stimme hämmert.
Man bewirft sich mit Bratwürsten, der Ketchup
wird zusammen mit dem Kartoffelsalat auf dem
Parkett verteilt.
Die Gastgeberin macht eine Stripshow.
Der Gastgeber reicht Nacktfotos von seiner
Geliebten herum.
Bier ist alle, Klopaper auch.
Die Katze wird sexuell massiv belästigt.
Außerdem ist ihr schlecht. Auf der Toilette
ist einmal daneben gekackt.


Fünfte Spaßstufe
Allgemeiner Schwanzvergleich, die Gastgeberin
belegt Platz 3.
Marihuana wird knapp. Wodka ist alle, das
Rasierwasser des Gastgebers auch.
Erste Linien werden gezogen.
Meier hat Sex mit dem Staubsauger und isst
anschließend das letzte Steak seines Lebens.
Der Grill wird vom Balkon geworfen, damit
mehr Platz zum Pinkeln ist.
Man mag sich nicht mehr unterhalten.
Die Musik von Jonny Rotten und der Sexpistols
überschallt die Szene, bis Lehmann rücklings
in die Musikanlage stürzt. Zum Ausgleich wird
lautstark "I can get no
satisfaction" von Mick Jagger gesungen.
Erektionsprobleme häufen sich.
Ein Pärchen hat sich seit einer Stunde auf
dem Klo eingeschlossen.
Die betrunkene Katze muss sich vom Bier
übergeben und wird einer Darmspiegelung
vermittels Trinkhalm unterzogen.
Jemand hat auf den Flur geschissen.

Sechste Spaßstufe
Ein erster nennenswerter Verlust ist zu
beklagen! Meier ist vom Balkon gefallen und
hat sich das Genick gebrochen. Er wird von
der grölenden Menge posthum zum Partyking
erklärt, seine frisch gebackene Witwe bekommt
einen Lachkrampf.
Ein Stoßtrupp der noch kampffähigen Männer
verjagt nackt mit mehr oder weniger gezielten
Flaschenwürfen die protestierenden Nachbarn,
trägt selbst aber auch gleichgewichtsbedingte
Sturzverletzungen davon.
Kokain ist alle.
Die Gastgeberin wird von Lehmann und Schmidt
auf dem Küchentisch geschwängert.
Müller wird depressiv, macht sich in die Hose
und liegt weinend in der Küche.
Schulze schläft beim Vögeln ein.
Man kann sich nicht mehr unterhalten.
Der Gastgeber bricht die Klotür auf, selber
und zusammen.
Die Gäste, die noch bei Bewusstsein sind,
machen zu "Wir versaufen unser Oma ihr
klein Häuschen!" eine Schunkelpolonaise
auf allen vieren.
Die Katze rettet sich mit einem Sprung auf
den Nachbarbalkon vor dem Gegrilltwerden.
Allgemein wird viel erbrochen.

Siebente und letzte Spaßstufe
Die Katze atmet auf, sie hat einen Kater.
Ein Pressefotograf schießt das Bild seines
Lebens. Es trägt den Titel "Wilde Sex-
und Drogenorgie in Wuppertal endet in
völligem Chaos".
Die Polizei trifft ein und sorgt für Ruhe,
ein Notärzteteam organisiert die stationäre
Einweisung der Alkohol- und
Drogenvergifteten.
Bloß Meier muss zum Glück nicht mit, den holt
der Bestatter.

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Veröffentlicht in lustig

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